Corona-Krise – Tipps fürs Home-Office

1. April 2020. Um in Zei­ten der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten zu schüt­zen, stei­gen der­zeit vie­le Unter­neh­men auf Home-Office um. Die Initia­ti­ve Neue Qua­li­tät der Arbeit (INQA) gibt in einem Dos­sier Ant­wor­ten auf die wich­tigs­ten Fra­gen zum The­ma und lässt Exper­ten zu Wort kom­men.

Die momen­ta­ne Situa­ti­on lässt vie­len Unter­neh­men kei­ne Wahl: Wo Home-Office noch vor kur­zer Zeit nur von weni­gen regel­mä­ßig genutzt wur­de, schickt man nun, wenn mög­lich, die Mit­ar­bei­ter nach Hau­se, um sie vor einer Anste­ckung mit Covid-19 zu schüt­zen. Doch häu­fig herrscht hier Unsi­cher­heit bei Unter­neh­men und Beschäf­tig­ten.

Innovativ und pragmatisch zugleich

Björn Böh­ning, Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les (BMAS): „Damit Team­struk­tu­ren und Arbeits­ab­läu­fe auch in der Kri­se gut funk­tio­nie­ren, kommt es nun dar­auf an, bei der Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on in hohem Maße inno­va­tiv und prag­ma­tisch zugleich zu sein. Die not­wen­di­gen tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen müs­sen vor­han­den sein oder schnell geschaf­fen wer­den. Auch Beschäf­tig­te, denen ent­spre­chen­de tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten im Moment nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, soll­te die digi­ta­le Infra­struk­tur bereit­ge­stellt wer­den. Bei der Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb eines Unter­neh­mens kommt den Füh­rungs­kräf­ten eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung zu. Sie müs­sen klar und umfas­send infor­mie­ren, kom­mu­ni­zie­ren und Regeln für die Arbeit im Home-Office fest­le­gen. Dabei müs­sen sie die Beschäf­tig­ten im Blick behal­ten und auf Belas­tun­gen schnell reagie­ren.“

Schulungen und IT-Sicherheit

Arne Schön­bohm, Prä­si­dent des Bun­des­am­tes für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI), for­dert daher Mit­ar­bei­ter dazu auf, aktiv auf Vor­ge­setz­te zuzu­ge­hen: „Nut­zen Sie jetzt die Mög­lich­keit, Ihren Arbeit­ge­ber auf Home-Office-Schu­lun­gen anzu­spre­chen, die es aktu­ell viel­fach online abruf­bar gibt. Jetzt ist die rich­ti­ge Zeit, um sich für heu­te und mor­gen auf ein siche­res Arbei­ten im Home-Office vor­zu­be­rei­ten.“ Zudem betont Schön­bohm die Wich­tig­keit von Schutz­maß­nah­men und Sicher­heits­vor­ga­ben im IT-Bereich: „Gene­rell muss sicher­ge­stellt sein, dass gän­gi­ge Schutz­maß­nah­men wie Aktua­li­sie­rung von Soft­ware und Betriebs­sys­tem, ein aktu­el­les Anti­vi­ren-Pro­gramm und eine Fire­wall auch am Tele­ar­beits­rech­ner vor­ge­nom­men bzw. ein­ge­rich­tet wer­den. Auch Netz­werk bzw. der Rou­ter im Home-Office soll­ten abge­si­chert wer­den.“

Von der Präsenzkultur Abschied nehmen

Prof. Dr. Jut­ta Rump, INQA-Bot­schaf­te­rin und Exper­tin für Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung an der Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Gesell­schaft Lud­wigs­ha­fen, unter­streicht die Wich­tig­keit einer neu­en Kul­tur des Ver­trau­ens in Betrie­ben, damit Home-Office funk­tio­niert: „Jetzt ist es an der Zeit, sich von der Prä­senz­kul­tur zu ver­ab­schie­den.“ Uner­läss­lich dafür sei, wert­schät­zend mit den Beschäf­tig­ten zu kom­mu­ni­zie­ren und grund­sätz­li­che Fra­gen der Zusam­men­ar­beit so schnell wie mög­lich zu beant­wor­ten. „Sind sol­che Fra­gen nicht geklärt, nutzt die bes­te Tech­nik nichts.“ Auch ber­ge der Weg­fall des per­sön­li­chen Aus­tauschs Risi­ken für die Zusam­men­ar­beit im Team. So fal­le bei Tele­fon­kon­fe­ren­zen und E-Mails Mimik und Ges­tik weg, es kom­me schnel­ler zu Miss­ver­ständ­nis­sen und Ver­stim­mun­gen bei den Beschäf­tig­ten. „Füh­rungs­kräf­te soll­ten die Chan­ce nut­zen, an ihren emo­tio­na­len Kom­pe­ten­zen zu arbei­ten und ver­stärkt ein offe­nes Ohr für die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zu haben“, erklärt Rump.

Alle Inter­views und hilf­rei­che Links zum The­ma Home-Office fin­den Sie im aktu­el­len The­men­dos­sier auf der Web­sei­te der INQA.